Latein gilt häufig als klassische Schulsprache, die im modernen Bildungssystem gegenüber Englisch, Französisch und Spanisch an Bedeutung verloren hat. Trotzdem wird Latein in Deutschland weiterhin von mehreren hunderttausend Schülerinnen und Schülern gelernt. Nach den aktuell verfügbaren bundesweiten Daten besuchten im Schuljahr 2024/25 rund 540.000 Schülerinnen und Schüler an allgemeinbildenden Schulen Lateinunterricht. Damit gehört Latein weiterhin zu den meistgewählten Fremdsprachen in Deutschland.
Rund 540.000 Schüler lernen Latein
Die aktuellste detaillierte Statistik des Statistischen Bundesamtes reicht derzeit bis zum Schuljahr 2024/25. In der Statistik werden Schülerinnen und Schüler erfasst, die an allgemeinbildenden Schulen Fremdsprachenunterricht erhalten. Für Latein ergibt sich bundesweit eine Größenordnung von rund 540.000 Lernenden. (GENESIS-Online)
Die Zahl ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass Latein im Gegensatz zu Englisch nicht flächendeckend als erste Fremdsprache unterrichtet wird. Latein wird insbesondere an Gymnasien sowie an weiteren Schularten mit entsprechenden Bildungsgängen angeboten.
Für das Jahr 2026 sollte deshalb zwischen dem Kalenderjahr 2026 und dem letzten vollständig verfügbaren Schuljahr 2024/25 unterschieden werden. Eine bundesweite amtliche Zahl für das Schuljahr 2025/26 ist in der derzeit verfügbaren Destatis-Tabelle noch nicht enthalten.
Latein im Vergleich zu anderen Fremdsprachen
Latein ist zwar deutlich kleiner als Englisch, Französisch oder Spanisch, erreicht aber weiterhin eine erhebliche Zahl von Schülerinnen und Schülern.
| Fremdsprache | Schülerzahl, ungefähr, Schuljahr 2024/25 |
|---|---|
| Englisch | ca. 7,0 Mio. |
| Französisch | ca. 1,3 Mio. |
| Spanisch | ca. 530.000 |
| Latein | ca. 540.000 |
| Italienisch | ca. 45.000 |
| Altgriechisch | ca. 10.000 |
Die Größenordnungen für Latein und die anderen Sprachen werden auch in einer aktuellen sprachwissenschaftlichen Auswertung auf Grundlage der Destatis-Daten genannt. (Elibrary)
Damit liegt Latein zahlenmäßig ungefähr auf dem Niveau von Spanisch. Das ist besonders interessant, weil Spanisch in den vergangenen Jahren an deutschen Schulen deutlich an Bedeutung gewonnen hat, während Latein bereits seit Jahrzehnten zu den etablierten Schulfremdsprachen gehört.
An welchen Schulen wird Latein gelernt?
Latein ist vor allem eine Sprache des weiterführenden Schulbereichs. Besonders häufig findet sich das Fach an Gymnasien. Je nach Bundesland kann Latein als zweite oder dritte Fremdsprache gewählt werden.
Die konkrete Sprachenfolge unterscheidet sich allerdings erheblich zwischen den Ländern. Das deutsche Schulwesen ist föderal organisiert, weshalb nicht überall dieselben Fremdsprachenmodelle gelten.
Die Kultusministerkonferenz führt Latein weiterhin ausdrücklich als schulische Fremdsprache und veröffentlicht unter anderem Vorgaben für die Abiturprüfung sowie die Vereinbarung über das Latinum und Graecum. (KMK)
Warum lernen Jugendliche 2026 noch Latein?
Latein hat gegenüber modernen Fremdsprachen eine Besonderheit: Im Unterricht steht nicht primär die Kommunikation mit heutigen Muttersprachlern im Mittelpunkt. Stattdessen beschäftigen sich Schülerinnen und Schüler intensiv mit historischen Texten, Grammatik, Übersetzung und der römischen beziehungsweise antiken Kultur.
Ein wichtiges Argument für Latein ist deshalb der Zugang zu historischen Quellen und zur europäischen Geistesgeschichte. Lateinische Begriffe und Texte spielen beispielsweise in Geschichte, Philosophie, Theologie, Recht und Medizin eine wichtige Rolle.
Auch die deutsche und andere europäische Sprachen lassen sich teilweise besser verstehen, wenn Schülerinnen und Schüler sich mit lateinischen Wortstämmen und grammatischen Strukturen beschäftigen.
Latein und das Latinum
Ein weiterer Grund für die Wahl von Latein kann der Erwerb des Latinum sein. Allerdings gelten hierfür je nach Bundesland unterschiedliche Regelungen. Die Kultusministerkonferenz hat eine länderübergreifende Vereinbarung über das Latinum und Graecum veröffentlicht, während die konkrete Umsetzung durch die Länder erfolgt. (KMK)
Das Latinum kann insbesondere für bestimmte Studienrichtungen von Bedeutung sein. Welche Anforderungen tatsächlich bestehen und ob ein Latinum für ein bestimmtes Studium benötigt wird, hängt jedoch von Studiengang, Hochschule und Bundesland ab.
Wo ist Latein besonders verbreitet?
Die Verbreitung von Latein unterscheidet sich regional. Bereits ältere Auswertungen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Latein vor allem in den Flächenländern eine größere Rolle spielt. In der damaligen Statistik lag der Anteil der Lateinlernenden beispielsweise in Bayern und Nordrhein-Westfalen bei rund 10 Prozent der Schülerinnen und Schüler; Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz und Thüringen kamen auf etwa 9 Prozent. (Destatis)
Diese historischen Werte sind allerdings nicht als aktuelle Prozentwerte für 2026 zu verstehen. Sie zeigen vielmehr, dass Latein regional traditionell unterschiedlich stark verankert ist.
Ist Latein rückläufig?
Langfristig hat Latein gegenüber früheren Jahrzehnten an Bedeutung verloren. Gleichzeitig ist die Sprache keineswegs aus dem deutschen Schulwesen verschwunden. Die aktuelle Größenordnung von rund 540.000 Lernenden zeigt, dass Latein weiterhin eine relevante Schulfremdsprache ist.
Interessant ist dabei die Entwicklung der Konkurrenz durch moderne Sprachen. Während Spanisch an vielen Schulen stärker etabliert wurde, bleibt Latein insbesondere dort wichtig, wo klassische Sprachen und traditionelle gymnasiale Bildungswege einen hohen Stellenwert haben.
Die offiziellen Statistiken ermöglichen es, diese Entwicklung über längere Zeiträume nachzuverfolgen. Die Destatis-Datenbank enthält für die entsprechende Statistik Angaben ab dem Schuljahr 1998/99. (GENESIS-Online)
Wie wichtig ist Latein 2026 noch?
Die Zahl von rund 540.000 Schülerinnen und Schülern zeigt, dass Latein auch 2026 weiterhin ein bedeutendes Schulfach ist. Zwar lernen wesentlich mehr Jugendliche Englisch und auch Französisch beziehungsweise Spanisch erreichen große Schülerzahlen. Latein besitzt jedoch eine stabile Nische im deutschen Bildungssystem.
Vor allem an Gymnasien kann die Sprache weiterhin als zweite oder dritte Fremdsprache gewählt werden. Hinzu kommen kulturelle, historische und akademische Gründe, die für die Beschäftigung mit Latein sprechen.
Fazit: Mehr als eine halbe Million Schüler
Wie viele Schüler lernen heute noch Latein? Nach den aktuell verfügbaren bundesweiten Daten sind es in Deutschland rund 540.000 Schülerinnen und Schüler. Grundlage ist das Schuljahr 2024/25, da dies derzeit der aktuellste vollständig ausgewiesene Datenstand der entsprechenden Destatis-Tabelle ist. (GENESIS-Online)
Latein ist damit keineswegs nur ein Relikt vergangener Schulzeiten. Die Sprache wird weiterhin an zahlreichen deutschen Schulen unterrichtet und bleibt insbesondere im gymnasialen Bereich relevant. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit Englisch, Französisch und Spanisch, dass Latein heute eine deutlich kleinere, aber weiterhin bemerkenswert große Rolle im Fremdsprachenunterricht spielt.
Quellen
- Statistisches Bundesamt – Schüler mit Fremdsprachenunterricht
- Destatis – Statistik 21111-0006: Schüler mit Fremdsprachen-Unterricht
- Kultusministerkonferenz – Fremdsprachen
- Kultusministerkonferenz – Schulstatistik
- Die Neueren Sprachen – aktuelle Auswertung der Fremdsprachendaten 2024/25
Wenn du möchtest, kann ich daraus auch noch eine „Latein Schüler Statistik Tabelle 1998–2026“ mit der Entwicklung der Schülerzahlen über die Jahre erstellen.