Die Römer waren bekannt für ihre Mode und Accessoires, doch eines der weniger beachteten, aber symbolträchtigen Kleidungsstücke war die Stirnbinde (vitta oder infula). Sie wurde nicht nur als modisches Element getragen, sondern hatte auch eine tiefere kulturelle Bedeutung.
1. Die vitta – Stirnbinde für tugendhafte Frauen
Die vitta war eine schlichte, meist weiße oder purpurfarbene Binde, die römische Frauen in ihr Haar banden. Sie galt als Symbol der Sittsamkeit und ehelichen Treue und wurde besonders von verheirateten Frauen und Vestalinnen (Priesterinnen der Göttin Vesta) getragen.
2. Die infula – Religiöse Bedeutung
Die infula war eine mit Wollbändern verzierte Stirnbinde, die bei religiösen Zeremonien und von Priestern getragen wurde. Sie sollte göttlichen Schutz verleihen und wurde auch Opfertieren umgebunden.
3. Stirnbinden als Modeaccessoire?
Während die Stirnbinde in erster Linie symbolische Funktionen hatte, gibt es Hinweise darauf, dass sie auch als Schmuckstück diente – vor allem in Kombination mit aufwendigen Frisuren. Besonders wohlhabende Frauen verzierten ihre Stirnbinden mit Goldfäden oder Edelsteinen.
4. Einfluss auf spätere Modetrends
Auch in der späteren römischen Kaiserzeit und darüber hinaus blieben Stirnbänder beliebt. Sie fanden ihren Weg in die Mode anderer Kulturen und sind in gewisser Weise Vorläufer moderner Haarbänder.
Fazit
Die Stirnbinde im antiken Rom war mehr als nur ein praktisches Accessoire – sie hatte tiefgehende religiöse und gesellschaftliche Bedeutungen. Ob als Symbol der Reinheit, als Zeichen religiöser Zugehörigkeit oder als stilvolles Detail – sie spielte eine wichtige Rolle in der römischen Kultur.
Würdest du eine römische Stirnbinde tragen?