Lateinische Deklinationen Tabelle: a-, o-, 3. (konsonantische/misch-), u- & e-Deklination 2026

Wer Latein lernt, kommt an den Deklinationen nicht vorbei. Sie bilden die Grundlage dafür, Substantive, Adjektive und andere flektierbare Wörter anhand von Kasus und Numerus richtig zu bestimmen. Besonders wichtig sind die a-, o-, 3., u- und e-Deklination. Innerhalb der 3. Deklination wird zusätzlich zwischen konsonantischer, i- und gemischter Deklination unterschieden.

Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Endungen und Beispiele für das Jahr 2026 kompakt und verständlich.

Was bedeutet Deklination im Lateinischen?

Unter Deklination versteht man die Veränderung eines Nomens nach Kasus und Numerus. Im Lateinischen gibt es sechs Fälle: Nominativ, Genitiv, Dativ, Akkusativ, Ablativ und Vokativ. Die Formen zeigen dabei häufig, welche Funktion ein Wort im Satz übernimmt.

Lateinische Substantive werden traditionell fünf Deklinationsklassen zugeordnet. Welche Deklination vorliegt, lässt sich besonders zuverlässig am Genitiv Singular erkennen. Deshalb werden Vokabeln normalerweise mit Nominativ und Genitiv gelernt, beispielsweise puella, puellae oder servus, servi.

Lateinische Deklinationen im Überblick

Deklination Genitiv Singular Typisches Beispiel Häufiges Genus
a-Deklination -ae puella, puellae meist feminin
o-Deklination -i servus, servi / bellum, belli meist maskulin oder neutrum
3. Deklination -is rex, regis m., f. und n.
u-Deklination -us manus, manus meist maskulin oder feminin
e-Deklination -ei res, rei meist feminin

Diese Einteilung orientiert sich an der traditionellen lateinischen Formenlehre. Eine wissenschaftliche Darstellung der Deklinationsklassen findet sich beispielsweise auch in universitären Lateingrammatiken. Die Universität Hamburg verweist für das Lateinstudium auf Rubenbauer/Hofmann/Heine als Standardwerk mit Übersichten zu den Deklinations- und Konjugationsklassen.

1. a-Deklination

Die a-Deklination wird häufig zuerst gelernt. Typisches Beispiel ist puella – „das Mädchen“. Der Genitiv Singular lautet puellae. Der Stamm endet auf -a, weshalb diese Deklination auch als a-Deklination bezeichnet wird.

Tabelle: a-Deklination

Beispiel: puella, puellae – Mädchen

Kasus Singular Plural
Nominativ puella puellae
Genitiv puellae puellarum
Dativ puellae puellis
Akkusativ puellam puellas
Ablativ puella puellis
Vokativ puella puellae

Die meisten Substantive der a-Deklination sind feminin. Es gibt allerdings Ausnahmen, insbesondere Personenbezeichnungen wie agricola – Bauer oder poeta – Dichter.

2. o-Deklination

Die o-Deklination umfasst sowohl maskuline als auch neutrale Substantive. Typische maskuline Beispiele sind servus – Sklave und dominus – Herr. Ein typisches Neutrum ist bellum – Krieg.

Tabelle: o-Deklination Maskulinum

Beispiel: servus, servi

Kasus Singular Plural
Nominativ servus servi
Genitiv servi servorum
Dativ servo servis
Akkusativ servum servos
Ablativ servo servis
Vokativ serve servi

Besonders zu beachten ist der Vokativ Singular: Bei vielen Substantiven auf -us lautet er -e, also serve statt servus.

Tabelle: o-Deklination Neutrum

Beispiel: bellum, belli

Kasus Singular Plural
Nominativ bellum bella
Genitiv belli bellorum
Dativ bello bellis
Akkusativ bellum bella
Ablativ bello bellis
Vokativ bellum bella

Bei Neutra gilt eine wichtige Grundregel: Nominativ, Akkusativ und Vokativ sind im Singular und Plural jeweils gleich. Im Plural endet der Nominativ und Akkusativ auf -a.

3. Deklination: konsonantisch, gemischt und i-Stämme

Die 3. Deklination ist umfangreicher als die ersten beiden. Ihr Kennzeichen ist der Genitiv Singular auf -is. Zu ihr gehören die konsonantische Deklination, die i-Deklination und die gemischte Deklination.

Ein typisches Beispiel der konsonantischen Deklination ist rex, regis – König.

Tabelle: konsonantische Deklination

Beispiel: rex, regis

Kasus Singular Plural
Nominativ rex reges
Genitiv regis regum
Dativ regi regibus
Akkusativ regem reges
Ablativ rege regibus
Vokativ rex reges

Der Nominativ Singular kann bei der 3. Deklination sehr unterschiedlich aussehen. Deshalb sollte man die Vokabel immer zusammen mit ihrem Genitiv lernen.

Gemischte Deklination

Bei der gemischten Deklination verbinden sich Merkmale der konsonantischen und der i-Deklination. Typisch ist beispielsweise urbs, urbis – Stadt.

Kasus Singular Plural
Nominativ urbs urbes
Genitiv urbis urbium
Dativ urbi urbibus
Akkusativ urbem urbes
Ablativ urbe urbibus
Vokativ urbs urbes

Ein wesentliches Erkennungsmerkmal ist unter anderem der Genitiv Plural auf -ium.

3. Deklination: Neutrum

Auch neutrale Substantive können zur 3. Deklination gehören. Ein Beispiel ist nomen, nominis – Name.

Kasus Singular Plural
Nominativ nomen nomina
Genitiv nominis nominum
Dativ nomini nominibus
Akkusativ nomen nomina
Ablativ nomine nominibus
Vokativ nomen nomina

Die Besonderheit der Neutra bleibt auch hier erhalten: Nominativ, Akkusativ und Vokativ sind gleich. Im Plural steht häufig die Endung -a beziehungsweise bei i-Stämmen -ia.

Eine universitäre Übersicht zur 3. Deklination zeigt ebenfalls die Unterschiede zwischen konsonantischer Deklination, i-Deklination und gemischter Deklination, unter anderem bei Akkusativ, Ablativ und Genitiv Plural.

4. u-Deklination

Die u-Deklination besitzt im Genitiv Singular die Endung -us. Ein bekanntes Beispiel ist manus, manus – Hand.

Tabelle: u-Deklination

Beispiel: manus, manus

Kasus Singular Plural
Nominativ manus manus
Genitiv manus manuum
Dativ manui manibus
Akkusativ manum manus
Ablativ manu manibus
Vokativ manus manus

Die u-Deklination enthält sowohl maskuline als auch feminine Substantive. Manus ist beispielsweise feminin. Ein typisches maskulines Beispiel ist fructus, fructus – Frucht bzw. Ertrag.

5. e-Deklination

Die e-Deklination ist zahlenmäßig kleiner. Ihr Kennzeichen ist der Genitiv Singular auf -ei. Ein wichtiges Beispiel ist res, rei – Sache, Angelegenheit.

Tabelle: e-Deklination

Beispiel: res, rei

Kasus Singular Plural
Nominativ res res
Genitiv rei rerum
Dativ rei rebus
Akkusativ rem res
Ablativ re rebus
Vokativ res res

Die meisten Substantive der e-Deklination sind feminin. Zu den häufigen Wörtern gehören res – Sache, spes – Hoffnung und fides – Treue beziehungsweise Vertrauen.

Deklinationsendungen im direkten Vergleich

Wer die Endungen auswendig lernen möchte, kann die wichtigsten Muster in einer gemeinsamen Tabelle zusammenfassen:

Kasus a-Dekl. Sg. o-Dekl. Sg. 3. Dekl. Sg. u-Dekl. Sg. e-Dekl. Sg.
Nom. -a -us/-um variabel -us/-u -es
Gen. -ae -i -is -us -ei
Dat. -ae -o -i -ui -ei
Akk. -am -um -em/-∅ -um -em
Abl. -a -o -e -u -e
Vok. -a -e/-us/-um meist wie Nom. -us -es

Bei der 3. Deklination ist besonders wichtig, dass der Nominativ Singular keine einheitliche Endung besitzt. Deshalb reicht es nicht, lediglich den Nominativ auswendig zu lernen.

Die wichtigsten Pluralendungen

Auch beim Plural lassen sich die Deklinationen gut vergleichen:

Kasus a-Dekl. o-Dekl. 3. Dekl. u-Dekl. e-Dekl.
Nom. -ae -i/-a -es/-a -us/-ua -es
Gen. -arum -orum -um/-ium -uum -erum
Dat. -is -is -ibus -ibus -bus
Akk. -as -os/-a -es/-a -us/-ua -es
Abl. -is -is -ibus -ibus -bus
Vok. -ae -i/-a -es/-a -us/-ua -es

Die Formen der Neutra sind bei der Betrachtung immer gesondert zu beachten. Bei ihnen stimmen Nominativ, Akkusativ und Vokativ miteinander überein.

Wie erkennt man die richtige Deklination?

Die sicherste Methode ist der Blick auf den Genitiv Singular. Wer beispielsweise folgende Vokabeln sieht, kann die Deklination unmittelbar bestimmen:

Vokabel Genitiv Deklination
puella puellae a-Deklination
servus servi o-Deklination
bellum belli o-Deklination
rex regis 3. Deklination
urbs urbis 3. Deklination
manus manus u-Deklination
res rei e-Deklination

Deshalb ist es beim Lernen sinnvoll, lateinische Substantive nicht nur als einzelnes Wort zu speichern. Die Kombination aus Nominativ, Genitiv und Genus liefert wichtige Informationen über die Formenbildung.

Genus und Deklination nicht verwechseln

Deklination und Genus sind zwei unterschiedliche Eigenschaften. Die Deklination beschreibt das Flexionsmuster, während das Genus angibt, ob ein Substantiv maskulin, feminin oder neutrum ist.

Bestimmte Zusammenhänge sind zwar typisch: Die a-Deklination ist überwiegend feminin, die o-Deklination enthält viele Maskulina und Neutra und die e-Deklination überwiegend Feminina. Diese Regeln haben jedoch Ausnahmen. Auch bei der 3. Deklination kommen alle drei Genera vor. Eine historische beziehungsweise schulgrammatische Darstellung weist ausdrücklich darauf hin, dass bei der konsonantischen Deklination Substantive aller drei Genera vorkommen.

Merksätze für die fünf Deklinationen

Für das Lernen der Grundsystematik helfen kurze Merksätze:

  • a-Deklination: Genitiv Singular auf -ae
  • o-Deklination: Genitiv Singular auf -i
  • 3. Deklination: Genitiv Singular auf -is
  • u-Deklination: Genitiv Singular auf -us
  • e-Deklination: Genitiv Singular auf -ei

Damit lassen sich unbekannte Formen zunächst einer Deklinationsklasse zuordnen. Anschließend muss anhand von Kasus, Numerus und gegebenenfalls Genus die konkrete Form bestimmt werden.

Häufige Fehler bei lateinischen Deklinationen

Ein häufiger Fehler besteht darin, die Deklination ausschließlich am Nominativ erkennen zu wollen. Gerade bei der 3. Deklination ist dies problematisch, da der Nominativ sehr unterschiedliche Formen besitzen kann.

Ebenfalls häufig werden Genitiv und Dativ miteinander verwechselt. Bei der a-Deklination lautet beispielsweise der Genitiv Singular -ae, während der Dativ ebenfalls -ae besitzt. Die Endung allein reicht dort also nicht immer aus, um den Kasus eindeutig zu bestimmen.

Bei Neutra sollte außerdem die Regel „Nominativ = Akkusativ = Vokativ“ berücksichtigt werden. Wer diese Grundregel kennt, kann viele Formen wesentlich schneller analysieren.

Lateinische Deklinationen 2026: Die kompakte Lernübersicht

Für Schule, Studium und Prüfungsvorbereitung reicht zunächst folgende Kurzform:

Deklination Genitiv Sg. Beispiel Genitiv Pl. Besonderheit
a -ae puella, -ae -arum meist feminin
o -i servus, -i -orum m. und n.
3. konsonantisch -is rex, regis -um Stamm oft nur im Genitiv erkennbar
3. gemischt -is urbs, urbis -ium i-Stamm-Merkmale
u -us manus, -us -uum häufig m. oder f.
e -ei res, rei -erum meist feminin

Fazit

Die fünf lateinischen Deklinationsklassen bilden ein Grundgerüst der lateinischen Formenlehre. Entscheidend für die Bestimmung ist vor allem der Genitiv Singular: -ae weist auf die a-Deklination, -i auf die o-Deklination, -is auf die 3. Deklination, -us auf die u-Deklination und -ei auf die e-Deklination hin.

Besonders bei der 3. Deklination lohnt sich eine genauere Unterscheidung zwischen konsonantischer, gemischter und i-Deklination. Wer zusätzlich die Besonderheiten der Neutra und die wichtigsten Pluralendungen beherrscht, kann lateinische Nominalformen wesentlich sicherer analysieren.

Quellen und weiterführende Informationen