An Gymnasien mit Lateinunterricht sind die lateinischen Bezeichnungen für die Klassenstufen eine altehrwürdige Tradition. Sie stammen aus dem humanistischen Bildungssystem, das sich im Mittelalter und der Frühen Neuzeit entwickelte und auf die antike römische und griechische Bildungstradition Bezug nahm.
Die klassischen lateinischen Bezeichnungen
Viele Gymnasien, insbesondere humanistische oder altsprachliche, verwenden bis heute lateinische Namen für die Jahrgangsstufen. Dabei folgt die Nummerierung oft einem absteigenden System: Die höchste Klassenstufe (die Abschlussklasse) hat die niedrigste Zahl. Hier eine typische Übersicht:
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Sexta (6. Klasse) – Schüler beginnen oft hier mit Latein als erste oder zweite Fremdsprache.
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Quinta (7. Klasse)
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Quarta (8. Klasse)
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Tertia (9. Klasse)
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Sekunda (10. Klasse)
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Prima (11. oder 12. Klasse, je nach Schulsystem) – die Abschlussklasse vor dem Abitur.
Manchmal wird auch eine Oberprima (13. Klasse) genutzt, falls das Gymnasium ein dreizehnjähriges Schulsystem hat.
Warum diese Bezeichnungen?
Die lateinische Numerierung geht auf das Bildungssystem in Klosterschulen und Universitäten des Mittelalters zurück. Damals begann der Unterricht oft mit Sexta (der sechsten Klasse), und die Schüler arbeiteten sich zur Prima hoch, die die höchste Stufe darstellte. Dieses System hielt sich besonders an humanistischen Gymnasien, die Latein als zentrale Sprache der Wissenschaft und Gelehrsamkeit pflegten.
Fazit
Auch wenn viele moderne Gymnasien heute auf schlichtere Zahlenbezeichnungen umstellen, haben die lateinischen Begriffe einen besonderen Charme und zeugen von der langen Tradition humanistischer Bildung. Wer sich mit Latein beschäftigt, erkennt schnell, dass diese Klassennamen ein Stück lebendige Geschichte sind.
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