Lateinische Datumsangaben finden sich in historischen Dokumenten, Inschriften und sogar heute noch in feierlichen oder wissenschaftlichen Kontexten. Doch wie wurden Daten in der Antike angegeben, und wie kann man sie richtig interpretieren?
1. Die römische Kalenderstruktur
Die Römer nutzten den julianischen Kalender, der unserem heutigen Kalender ähnelt, jedoch eigene Bezeichnungen für bestimmte Tage hatte:
- Kalendae (Kalenden) – der 1. Tag eines Monats
- Nonae (Nonen) – der 5. oder 7. Tag des Monats (abhängig von der Länge des Monats)
- Idus (Iden) – der 13. oder 15. Tag des Monats
Alle anderen Tage wurden relativ zu diesen Fixpunkten gezählt – rückwärts!
2. Beispiele für lateinische Datumsangaben
- „Pridie Nonas Martias“ – am Tag vor den Nonen des März (4. März)
- „Ante diem IV Idus Maias“ – vier Tage vor den Iden des Mai (12. Mai)
- „Idibus Iuliis“ – an den Iden des Juli (15. Juli)
- „Kalendis Ianuariis“ – an den Kalenden des Januars (1. Januar)
Die Römer zählten sowohl den Ziel- als auch den Ausgangstag mit, was sich von unserer heutigen Zählweise unterscheidet.
3. Verwendung heute
Lateinische Datumsangaben tauchen häufig auf:
- In historischen Texten und Urkunden
- In Kirchendokumenten (z. B. päpstlichen Bullen)
- In feierlichen Inschriften und Monumenten
- In der wissenschaftlichen Forschung, insbesondere in der Geschichtswissenschaft
Ob für das Studium antiker Texte oder als stilvolle Ergänzung in offiziellen Dokumenten – lateinische Datumsangaben bringen einen Hauch klassischer Eleganz in die Zeitrechnung!