Latein gehört in Deutschland seit vielen Jahren zu den tradierten Fremdsprachen‑Fächern an Schulen – besonders an Gymnasien. Doch wie viele Schülerinnen und Schüler wählen diese „alte“ Sprache heute, und wie hat sich das Interesse im Laufe der Zeit verändert?
1. Anzahl der Lateinschüler in Deutschland
Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts belegten im Schuljahr 2022/2023 rund 533.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland Latein als Fremdsprache. Damit liegt Latein nach Englisch und Französisch auf Platz 3 der meistgewählten Fremdsprachen an allgemeinbildenden Schulen. (Deutschlandfunk)
Das entspricht einem Anteil von etwa 6–7 % aller Schülerinnen und Schüler, die Latein als Unterrichtsfach haben. (Deutschlandfunk)
2. Entwicklung der Zahlen – rückläufiger Trend
Langfristig zeigt sich ein Rückgang bei den Lateinschülerzahlen:
- Ende der 2000er Jahre lernten deutlich mehr Schüler Latein – zeitweise über 800.000 bundesweit. ( Deutsche Welle)
- Zwischen 2012/2013 und 2022/2023 sank die Zahl der Lateinlernenden von etwa 740.000 auf rund 533.000 – ein Rückgang von praktisch einem Drittel über ein Jahrzehnt. (DIE ZEIT)
Die Abnahme hängt auch mit veränderter Fremdsprachenwahl zusammen: Spanisch und andere moderne Sprachen gewinnen an Attraktivität, während das Interesse an klassischen Sprachen tendenziell sinkt. (DIE ZEIT)
3. Regionale Unterschiede
Die Beliebtheit von Latein unterscheidet sich regional stark:
- In manchen Bundesländern wie Nordrhein‑Westfalen und Schleswig‑Holstein ist die Zahl der Lateinschüler in den letzten Jahren stabil geblieben oder wieder leicht gestiegen. (FinanzNachrichten.de)
- In Niedersachsen ging die Zahl der Lateinschüler in den letzten Jahren deutlich zurück – von knapp 62.000 im Jahr 2019 auf rund 56.000 im Jahr 2023. (FinanzNachrichten.de)
Solche regionalen Unterschiede hängen oft mit Unterrichtsangeboten, Schulformen und Bildungsentscheidungen der Länder zusammen.
4. Latein im Vergleich zu anderen Sprachen
Latein ist an vielen Schulformen insbesondere dann beliebt, wenn es als zweite oder dritte Fremdsprache angeboten wird, meist nach Englisch als erster Sprache. (studienkreis.de)
Im Vergleich mit modernen Sprachen zeigt sich folgendes Bild an deutschen Schulen:
- Englisch lernen die meisten Schüler (über 6,8 Millionen). (Deutschlandfunk)
- Französisch folgt an zweiter Stelle (über 1,2 Millionen). (Deutschlandfunk)
- Latein liegt mit gut einer halben Million Schülern auf Platz 3. (Deutschlandfunk)
- Spanisch wächst rapide und kommt fast auf eine ähnliche Größenordnung wie Latein. (Deutschlandfunk)
5. Gründe für den Rückgang
Mehrere Faktoren beeinflussen den statistischen Rückgang der Lateinschüler:
- Veränderte Sprachinteressen: Schüler:innen entscheiden sich stärker für modernere Sprachen mit direkter Anwendungs‑ oder Berufsperspektive. (studienkreis.de)
- Wettbewerb durch Spanisch und andere Sprachen: Spanisch konnte in den letzten Jahren stark zulegen und konkurriert zunehmend mit Latein um Schüler. (Deutschlandfunk)
- Unterrichtsangebot: Regional unterschiedlich, aber dort, wo weniger Lehrkräfte oder Ressourcen zur Verfügung stehen, sinkt auch das Angebot für Latein. (FinanzNachrichten.de)
Fazit – Latein im Schulalltag
- Rang: Latein gehört weiterhin zu den drei meistgewählten Fremdsprachen an deutschen Schulen. (Deutschlandfunk)
- Trend: Die Zahl der Lateinschüler ist im langfristigen Vergleich rückläufig, nachdem sie früher deutlich höher war. (DIE ZEIT)
- Regionale Unterschiede: Je nach Bundesland sind die Zahlen unterschiedlich stabil oder rückläufig. (FinanzNachrichten.de)
- Damit verbunden: Latein bleibt als Fach relevant, hat aber angesichts moderner Fremdsprachen einen schweren Stand im wachsenden Fremdsprachenangebot der Schulen. (studienkreis.de)
Wenn du möchtest, kann ich auch eine grafische Übersicht der Lateinschüler‑Entwicklung über die letzten Jahre oder eine internationale Vergleichszahl (z. B. EU‑weit) erstellen — einfach Bescheid geben!