Gaius Iulius Caesar

100-44 v.Chr.

  
                                    (Büste aus Pantelleria)

 

Die Einschätzungen über Person und Leistung Caesars gehen weit auseinander. Während einige ihn als skrupellosen Tyrannen mit einem unersättlichen Machtstreben sehen und ihm die Schuld für das Ende der römischen Republik geben, räumen andere zwar seine Unnachgiebigkeit ein, geben jedoch zu bedenken, dass die Republik damals bereits dem Untergang geweiht war, und Caesar vor der Notwendigkeit stand eine neue Regierungsform zu finden, um der römischen Welt eine gewisse Stabilität zu bringen und sie vor dem Chaos zu bewahren. Überdies war er offensichtlich ein ausgezeichneter Feldherr, der seine Soldaten zu äußerster Loyalität und Höchstleistungen motivieren konnte. Als eine der beeindruckendsten Gestalten der Antike wurde er in zahlreichen Werken der Weltliteratur verewigt, darunter die Dramen "Julius Caesar" von William Shakespeare und „Caesar und Cleopatra“ (1901) von George Bernhard Shaw.

 

Tabellarische Zusammenfassung von Caesars Lebenslauf:

Datum

Ereignis

13.7.100 v.Chr.

Geburt Caesars

85 v.Chr.

Caesar erhält die Togo virilis. Vater stirbt

84 v.Chr.

Heirat mit Cinnas Tochter Cornelia. Caesar wird "flumen dialis"

83 v.Chr.

Geburt von Caesars Tochter Julia

81 v.Chr.

Caesar verweigert die Scheidung von Cornelia. Caesar entkommt Sulla.

80 v.Chr.

Gewinn der Bürgerkrone. Militärdienst in der Provinz Asia

79 v.Chr.

Ende vom Militärdienst in Asia

75 v.Chr.

Seeräuberepisode. Bildungsreise nach Rhodos. Caesar wird zum "Pontifex" gewählt.

73 v.Chr.

Caesar Militärtribun. Der germanische Suebenführer Ariovist kommt über den Rhein nach Gallien

69 v.Chr.

Caesars Gattin Cornelia stirbt. "Questor" in der Provinz Hispania ulterior (Spanien)

67 v.Chr.

Caesar heiratet Pompeia. "Curator" der Via Appia.

65 v.Chr.

Caesar curilischer "Aedil"

63 v.Chr.

Caesar "Pontifex Maximus"

62 v.Chr.

Scheidung von Pompeia. Caesar "Praetor". Clodius-Skandal

61 v.Chr.

Caesar Proprator in Hispania ulterior (Spanien) Helvetier beschließen die Auswanderung.

60 v.Chr.

Wahl zum Konsul. 1. Triumvirat mit Pompeius und Crassus

59 v.Chr.

Caesars 1. Konsulat (mit Bibulus). Caesars Heirat mit Calpurnia. Tochter Julia heiratet Pompeius

58 v.Chr.

Satthalter in Gallia Narbonensis, Gallia Cisalpina und Illycrium. Helvetierkrieg, Krieg gegen Ariovist

57 - 51 v.Chr.

Gallischer Krieg

51 v.Chr.

"De Bello Gallico" erscheint

50 v.Chr.

Diplomatische Auseinandersetzung über Caesars Kommandoniederlegung und Konsulwahl.

49 v.Chr.

Beginn des Bürgerkrieges: Caesar überschreitet den Rubicon (10.1) und erobert Italien, Sizilien, Sardinien, Korsika und Spanien. Senatssitzung in Rom.

48 v.Chr.

 Übergang nach Epirus. Schlacht bei Dyrrhachium. Pompeius bei Phrasalus besiegt. Caesar landet in Alexandria. Begegnung mit Kleopatra VII. Beginn des alexandrinischen Krieges. Caesars 2. Konsulat

47 v.Chr.

Alexandirnischer Krieg beendet. Krieg gegen Pharnakes. Liebesreise auf dem Nil mit Kleopatra VII. Rückkehr nach Rom. Meuterei der zehnten und zwölften Legion.

46 v.Chr.

Feldzug in Africa. Sieg bei Thapsus. Triumpf in Rom: Caesar bewirtet an 22.000 (!) Tischen die gesamte Bürgerschaft und serviert dazu die besten und teuersten Weine der damaligen Zeit: roten Falerner und griechischen Weißwein. Selbstmord des Cato. Caesars 3. Konsulat

45 v.Chr.

Spanischer Krieg gegen die Pompeius - Söhne. Sieg bei Munda. Triumpf in Rom. Caesars 4. Konsulat. Ehrungen und Triumphe Caesars.

44 v.Chr.

Caesars 5. Konsulat. Antritt der Diktatur auf Lebenszeit. Ablehnung des Königtums beim Lupercalienfest (15.2). (Aufgeschoben ist nicht aufgehoben; Caesar ließ sich insgesamt 3 mal das rote Purpurband der Königswürde umlegen). Weitere Ehrungen Caesars

Caesar wird ermordet (15.3).

 

 

Text über Gaius Iulius Caesar

 

  Caesar lebt in einer Epoche der Macht, des Geldes und der Gier. Politischer Aufstieg war nur durch Beziehungen zu erreichen. Der Senat war praktisch am Ende. Korruption und Mord regierten ihn. Alles war in dieser Zeit erlaubt....alles bis auf das Aussprechen der Tatsache, das es mit der Republik zu Ende geht.

 

Gaius Julius Caesar wurde am 12.7.100 v.Chr. in der Subura, westlich des Forums, durch eine Schnittendbindung nach der Kunst griechischer Arztsklaven geboren. Die Operation, die die Ärzte ausführten wurde seitdem Caesar- oder Kaiserschnitt genannt.

Nach römischem Brauch erhält der erstgeborene Sohn den Namen des Vaters, deswegen hat Caesar den Vornamen Gaius bekommen. Der Name Julius gibt das Geschlecht an, aus dem er kommt – nämlich das der „Julier“. Den Namen Caesar hat es las Zunamen bekommen.

In der Zeit des Punischen Krieges um 250 v.Chr. hat ein Krieger einen Elefanten mit dem Namen Caesar getötet. Gaius Julius hat dann diesen Namen erhalten und ihn somit in die Familie hineingetragen. Aus diesem Grund hat Þ Münzen mit einem Elefanten und seinem Namen drauf.

Die Jahre 100-81 waren nicht sonderlich ereignisreich. Die einzig wichtigen   Ereignisse sind, dass Caesar 84. V.Chr. zum „flamen dialis“ gewählt wird und      Cinnas Tochter Cornelia heiratet.

Im Jahre 81 wird Caesar von Sulla aufgefordert, seine Ehe zu annolieren. Dieser weigert sich und wird proskribiert. Dank der Fürsprache seiner Familie mütterlicherseits (Marius) wird er bald darauf wieder begnadigt.

Im Jahre 80 v.Chr. verrichtet Caesar Militärdienst in Kleinasien. Caesar wird mit der „corona civita“, der Bürgerkrone ausgezeichnet

Im November des Jahres 76 machte Caesar sich auf den Weg zu einer Retorikschule nach Rhodos. Auf der Reise fällt Caesar in die Hände von Seeräubern. Anfang 75 wird er nach Zahlung von Lösegeld freigelassen.

Im Februar 75 hebt Caesar eine Flotte aus, verfolgt die Seeräuber und nimmt sie gefangen. Daraufhin lässt er sie hinrichten.

Im Sommer des Jahres 75 wird er zum „Pontifex“ gewählt (Mitglied des Priesterkollegiums) Dieses Amt war wesentlich ehrenvoller, als die Position eines „flamen dialis“, die Caesar schon erreicht hatte, allerdings nicht ausfüllen konnte, da er von Sulla geächtet worden war.. Ein Pontifex war mit ungleich mehr Macht ausgestattet; außerdem wurde eine weitere Militär- und Ämterlaufbahn nicht untersagt.

Die folgenden Jahre bis in die frühen 50er, sind Caesars politisch aktivste Zeit in der Hauptstadt selbst, die er nach seiner Abreise nach Gallien 58 bis zu seinem Tod 44 nur noch für wenige Monate sehen würde. Caesar gab große Feste und wurde zu einer anrüchigen Berühmtheit in Rom, was seine Beliebtheit bei dem Volk allerdings nur noch steigerte.

Dazu schrieb der Chronist Dio Cassio:

„Niemand gab sich schneller dazu her, den am wenigsten angesehenen Männern den Hof zu machen und zu schmeicheln. Er schreckte vor keiner Rede und keinem Schritt zurück, die ihn dem Ziel des Ehrgeizes näherbringen konnten. Es störte ihn wenig, sich im Augenblick zu erniedrigen, wenn diese Erniedrigung dazu diente, ihn später mächtig zu machen: Er war also bestrebt, sich jene geneigt zu machen, die er in seine Abhängigkeit zu bringen hoffte.“

73 v.Chr. im Anfangsjahr des Spartakusaufstandes wurde Caesar zum Militärtribun gewählt. Er war damit einer von 24 Unterkommandierenden die nur wenig Geltung hatten.

Seine politische Laufbahn trieb er wohl erst nach Beendigung des Kampfes durch Crassus, ca. um das Jahr 70 voran.

Eben dieser Crassus und der aus Spanien zurückgekehrte erfolgreiche Pompeius kandidierten  71 gemeinsam für das Consulat.  Sie ergänzten sich sehr gut weil Pompeius der beliebteste Mann in Rom war, ebenso wie Crssus der reichste war. 

Sie gaben dem Volkstribunal wieder die Macht, die ihm unter Sulla genommen worden war. Nach mehrerer solcher Aktionen war klar, das die Reformen Sullas, zehn Jahre nach ihrer Einführung, praktisch ausgesetzt waren und die Situation der praesullanischen Republik wiederhergestellt war.

Im Jahre 69 wurde Caesar einer von 20 Questoren, bevorzugt besetzt durch talentierte junge Adelige, die hauptsächlich mit der Verwaltung von Finanzen jeder Art beschäftigt waren. Im selben Jahr starb auch seine Frau Cornelia. Für seine Frau sprach Caesar eine unübliche Grabrede, offenbar gespickt mit politischer Propaganda und Großzügigkeiten für das Volk , was ihn erneut umso beliebter machte. Im selben Jahr geschah noch folgendes: Bei einer Gerichtsverhandlung in Gades besuchte Caesar den Herkulestempel.

Der Chronist Sueton berichtet:

„Beim Anblick des Standbildes Alexander des Großen in der Nähe des Herkulestempels musste er laut aufseufzen, und wie angewidert über seine eigene Untätigkeit- hatte er doch in einem Alter, in dem Alexander schon die Welt unterworfen hatte, noch nichts bemerkenswertes  geleistet-, forderte er sofort seine Entlassung, um möglichst rasch in Rom Gelegenheit zu größeren Unternehmungen zu erhalten. Er war auch in der vorangegangenen Nacht durch einen Traum beunruhigt worden: ihm hatte nämlich geträumt, er habe seine Mutter vergewaltigt. Die Traudeuter machten ihn darauf die größten Hoffnungen und behaupteten, das bedeute die Herrschaft über die ganze Welt.“

Seit beginn der 60er Jahre begann Caesar endlich, ehrgeizig an seiner Karriere zu basteln.

Caesar trat sehr für das Bürgerrecht der Transpadanern, welches ihnen vom oligarchischen Senat hartnäckig verweigert wurde. Caesar würde es ihnen später eigenhändig verleihen (49) vorläufig erhielt er für sein Engagement wiedereinmal die Zuneigung des Volkes.

Zurück in Rom nahm Caesar den ihm zustehenden Sitz im Senat ein und heiratete Pompeia, die Tochter des Quintus Pompeius Rufus und die Enkelin Sullas.

Es lockten ihn wohl die große Mitgift und die optimatischen Verbindungen Õ wichtig für den jetzigen Senator.

Þ Im Jahre 67 wurde dann wieder große Politik in Rom gemacht. Im Volkstribunat wurde von A. Gabinius der Vorschlag gemacht, dem Pompeius ein außerordentliches Kommando gegen die kilikischen Seeräuber zu unterbreiten. Der Senat sperrte sich gegen diesen Vorschlag, denn  Pompeius war ohnehin schon viel zu mächtig geworden. Nur Caesar allein soll im Senat für den Antrag gesprochen haben. Wahrscheinlich handelte er nicht darum so, weil er die Gunst des Pompeius erringen wollte, sondern eher die Gunst des Volkes, welches den Antrag seines erklärten Lieblings stürmisch unterstützte.

Pompeius beseitigte alle Seeräuber vom östlichen Mittelmeer.

In der Zeit der Abwesenheit des Pompeius fand wohl die Annäherung Caesars an Crassus statt, die offenbar schon vor dem Eintritt des Crassus für Caesars Schulden bei dessen Kandidatur für die Praetur zusammenarbeiteten.

Caesar wurde 67 zum Curator über die Via Appia bestimmt. Õ Oberaufsicht/Infrastruktur Õ Kosten selber tragen

Im Jahr 66 erhielt er die Aedilität Õ Zuständig für Märkte. Tempel, Straßen, Bäder, Plätze und Bordelle / auch die Wasser- und Lebensmittelversorgung oblag ihnen, ebenso wie die Versorgung des Volkes mit den Circus-Spielen. Õ Kosten selber tragen

Auf eigene Kosten veranstaltete Caesar dann noch glänzende Gladiatorspiele zu ehren seines verstorbenen Vaters, bei denen 320 Galdiatorenpaare in Silberrüstungen gefochten haben sollen. Caesar verschuldete sich zwar gewaltig bei seinem Geldgeber Crassus, zog dafür aber auch die Beliebtheit beim Volk und die Begeisterung der Massen auf sich.

Caesar machte auch politisch auf sich aufmerksam, indem er beispielsweise in einer Nachtaktion die restaurierten Siegestrophäen des Marius, einst von Sulla vom Kapitol entfernt, wieder aufstellen lies. Das brachte ihm wieder einmal den Jubel des Volkes ein.

Im Frühjahr 63 stellte sich der mittlerweile 37 jährige Caesar zu Wahl für das ehrenvolle Amt des Pontifex Maximus, nachdem der bisherige P.M. gestorben war.

Um die Wahl gewinnen zu können, gab sich Caesar große Mühe, vor allem bei den popularen Stimmen zu sammeln. So wirkte er z.B. als Leiter eines Gerichtshofes an der Verurteilung verschiedener Sullaner zum Tode mit und stellte den Antrag, die Söhne der von Sulla Proskribierten wieder zur Ämterlaufbahn zuzulassen.

Diese Aktionen brachten Caesar erneut die Aufmerksamkeit der Popularen und die Sympathie des Volkes ein.

Außerdem nahm Caesar erneut eine gewaltige Verschuldung auf sich, bestach nicht nur eine einfache Mehrheit des Tribus in den Wahlkommitien, sondern kurzerhand alle und wurde zum Pontifex Maximus Roms (oberster Zeuspriester, religiöser Führer, eine „Art“ Papst) gewählt.

Kurz darauf wurde er auf gleiche Weise zum Praetor.

61 v.Chr. übernahm er die Verwaltung der Provinz Südspaniens (Hispania ulterior), die er schon von der Quästur her kannte. Er durfte aber  erst abreisen, wenn er seine enormen Schulden beglichen hat, da  half ihm Crassus, und übernahm wenigstens gegenüber den hartnäckigsten Gläubigern die Bürgschaft von 830 Talente (4,5 Millionen Goldmark). Mit der Zeit hat er die Finanzen in Spanien, und auch seine eigenen saniert. Er  hat die Aussicht gewonnen in seinem Heer im Triumph auf das Kapitol zu ziehen. Der Senat hat ihn auch diesen Triumph bewilligt, jedoch darf er  nicht, nach den Gesetzen Roms in die Stadt vor seinem Einzug als Triuphator betreten. Das war ein Problem, da die Wahlen der Konsuln bevorstanden, und man sich laut Vorschrift persönlich in Rom für dieses Amt bewerben mußte. Aus diesem Grund bat Caesar den Senat um Dispens. Cato aberverhinderte dies indem er eine Dauerrede hielt und das Ende der Senatssitzung ohne Ergebnis erzwang.

Caesar mußte sich schließlich entscheiden, und betrat daraufhin Rom und bewarb sich als Konsul.

Ab 59 v.Chr. dann trat Caesar sein erstes Consulat an (mit Bibulus). Im selben Jahr heiratete er Calpurnia und seine Tochter Julia heiratet Pompeius.

58 v.Chr. ist Caesar Statthalter in Gallien und von 57 v.Chr. bis 51 v.Chr. war er in Gallien mit dem Gallischen Krieg beschäftigt.


Caesars Feldzüge während des gallischen Krieges

Von 49 bis 45 v.Chr. kam es zum Bürgerkrieg

Aber wie konnte es dazu kommen..........

Ein Grund lag wohl in dem Bruch der persönlichen und familiären Verbindungen zwischen Caesar und Pompeius und geht auf das Jahr 54 v.Chr. zurück. Pompeius war ja mit der Tochter Caesars, Julia, verheiratet. Caesar war also sein Schwiegervater. Als diese jedoch 54 v.Chr. starb, heiratete Pompeius aber nicht Octavia, Caesars Großnichte, die dieser ihm zu einer neuen politischen Ehe zugedacht hatte, sondern suchte sich seine neue Frau im Kreise der Optimaten, nämlich Cornelia, die Tochter des Metellus Scipio.

Die anderen Gründe für diesen Bürgerkrieg lagen in der römischen Innenpolitik. Wegen der in Rom herrschenden Anarchie wurde schon bald der Ruf nach einem starken Mann laut. 52 v.Chr. wurde Pompeius dann zum alleinigen Konsul, dem "consul sine collega", gewählt, der die Ordnung wiederherstellen sollte. Aber auch nach seinem Konsulat band der Senat Pompeius wegen seiner Fähigkeiten als Feldherr immer enger an sich mit dem Ziel, Caesar mehr und mehr zu isolieren. Schließlich forderte der Senat Caesar auf , das jenseitige und diesseitige Gallien, die er als Prokonsul verwaltete, abzugeben und das Heer zu entlassen, da er sonst als Hochverräter angesehen werde. Caesar lehnte dies ab und so kam es am 7.Januar 49 v.Chr. zu dem ultimativen Senatsbeschluss, dem "Senatus consultum ultimum", in dem Pompeius mit der Verteidigung der Republik gegen Caesar beauftragt worden war.

Caesar erfuhr von diesem Beschluß vermutlich am 10. Januar 49 v.Chr. in Ravenna. Entschlossen zum Kampf überschritt er das schmale Flüsschen Rubico, das die natürliche Grenze zwischen Italien und Gallien bildete. Nach 9jähriger Abwesenheit stand er nun zum ersten mal wieder auf vaterländischem Boden und eröffnete den Bürgerkrieg, indem er das damals gebräuchliche griechische Sprichwort "alea iacta est", der Würfel ist gefallen, ausrief. Da die kriegerische Entscheidung noch nicht gefallen war, sondern erst bevorstand, hat Caesar mit diesem griechischen Idiom wohl gemeint: Der Würfel soll fallen! also:"alea iacta esto!"

Im Handstreich brachte Caesar innerhalb von 4 Tagen als erste die Städte Ariminum, Ancona und Arretium in seine Gewalt. Jetzt erst gingen dem Senat und dem römischen Volk die Augen auf. Pompeius ließ Rom räumen und machte die Stadt Corfinium zum Sammelpunkt eines Teiles seiner Truppen, die dort von Caesar dann eingeschlossen wurden und nach acht Tagen kapitulieren mussten. Die Soldaten gliederte Caesar in seine eigenen Legionen ein, die gefangenen Aristokraten ließ er in der sogenannten "Milde von Corfinium", der "clementia Corfiniensis", frei, von denen ein großer Teil dann erneut auf Seite des Pompeius in den Kampf eintrat.

Nach einem langen Hin und Her war Pompeius nach Ägypten geflohen, wo er sich Unterstützung von der ptolemäischen Regierung erhofft hatte. Caesar machte sich an seine Verfolgung. Über die Provinz Asia nahm er von Rhodos Kurs auf Alexandria. Als er dort am 2.Oktober 48 v.Chr. ankam, erfuhr er sehr bald, dass er Pompeius nicht mehr zu fürchten brauchte.

Der junge König Ptolemaios XIII. hatte nämlich nach der Schlacht von Pharsalos kein Vertrauen mehr zu Pompeius und wollte sich im übrigen aus dem römischen Bürgerkrieg heraushalten. Von einem Offizier der römischen Garnison Alexandrias ließ er deshalb Pompeius bei seiner Ankunft am 28. September 48 v.Chr. kaltblütig erschlagen. Als Caesar Anfang Oktober in Alexandria angelangt war, wurde ihm Kopf und Siegelring des Pompeius überbracht. Caesar brach in Tränen aus, als er das Haupt seines Gegners sah, der ja einst auch einmal sein Verbündeter und sein Schwiegersohn gewesen war, und dessen Untergang er so nicht gewollt hatte. Er sorgte für die Beisetzung der Leiche und sandte den Siegelring des Pompeius nach Rom.

Nachdem sich das Problem Pompeius gleichsam von selbst gelöst hatte, hätte Caesar sich eigentlich nach Asien, Griechenland oder Italien zurückbegeben müssen, um die letzten Widerstandsherde der Senatspartei zu zerschlagen. Stattdessen schaltete sich Caesar für etwa ein dreiviertel Jahr aus dem keineswegs beendeten römischen Bürgerkrieg aus und wandte sich den innerägyptischen Konflikten zwischen dem dreizehnjährigen Herrscher Ptolemaios XIII. und dessen acht Jahre älteren Schwester Cleopatra zu.

48. v.Chr. ließ sich Cleopatra, in einen Teppich gehüllt, in Caesars Gemächer bringen. Die Beiden wurden ein Paar. Sie machten eine Liebesreise auf dem Nil. Es war eine Luxusreise:

Das Schiff war ein 120 m langer schwimmender Palast mit 12 m hohen Aufbauten und Beschlägen aus Silber. Selbst die Segel waren aus Seide. Gezogen wurde der Palast von Ruderboten.

2 Monate dauerte die Reise und Caesar sah unter anderem Memphis, die Pyramiden, Sacara, Luxor und Dendara.

Auf dieser Reise wurde auch Caesarion, der Sohn von Caesar und Cleopatra gezeugt.

Rom ist entsetzt: Ein unehelich gezeugter Halbägypter  als möglicher Nachfolger Caesars in einem ägyptisch-römischen Großreich?

Im März 47 v.Chr. besiegte Caesar die königlichen Truppen, der jetztige König Ptolemaios ertrank im Nil und Cleopatra wurde wieder Herrscherin über Ägypten.

Nach der mehreren Schlachten zog Caesar über Samos, Athen und Tarent zurück nach Rom, von wo er Ende des Jahres 47 v.Chr. zum Kriegszug nach Afrika aufbrach. Denn nach der Schlacht von Pharsalos war die römische Provinz Africa zu einem Sammelbecken der Senatspartei geworden. Eine größere Anzahl von römischen Senatoren hatte sich dorthin gerettet und vor allem Cato war es gelungen, große Teile der geschlagenen pompeianischen Armee dorthin zu bringen. Caesar landete mit seinen Truppen im Süden bei Hadrumentum und zog von dort gegen das Heer der Senatspartei. Am 6.April 49 v.Chr. eröffnete Caesar bei Thapsus den Kampf. Im Sturm nahm er die drei großen Lager der Senatspartei ein und in einem allgemeinen Blutrausch wurden rund 10 000 Gegner niedergemacht. Mit diesem Sieg Caesars bei Thapsus über die Senatspartei war deren Schicksal besiegelt. Cato beging in Utica Selbstmord. Sein Tod gilt als der eigentliche Schlusspunkt des römischen Bürgerkrieges, der allerdings in der blutigen Schlacht von Munda in Spanien Anfang des Jahres 45 v.Chr. noch ein dramatisches Nachspiel hatte. Caesar besiegte dort die Söhne des Pompeius, die von Afrika aus dorthin entkommen konnten.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Caesar vier Jahre lang durch den Blutwahnsinn eines Bürgerkriegs waten musste, bevor er zum alleinigen und uneingeschränkten Herrn des römischen Reiches werden konnte. Seine Erfolge in diesem Krieg und schließlich sein Sieg haben ihn allerdings auch in eine Stellung emporgehoben, wie sie kein Römer vor ihm besessen hatte.

Nach seinem vierzigtägigen Triumph über Gallien, Ägypten, Kleinasien und Afrika fand in Rom ein gewaltiger 50 tägiger Triumph über Spanien statt. Schon mit Eintreffen der Siegesnachricht von Munda am 20.4.45 in Rom war Caesar mit Ehrungen aus dem Senat überhäuft worden. Der 21.4. wurde zum allgemeinen Feiertag ernant, Caesar durfte bei jedem öffentlichen Anlass das Triumphalgewand tragen ebenso wie den Lorbeerkranz. Sein Titel als Imperator wurde auf seine Legitimen Erben übertragbar und er erhielt das Recht, auf 10 Jahre hinaus das jährliche Consulat bekleiden zu dürfen. Des weiteren wurde er zum Diktator auf Lebenszeit ernannt.

Cleopatra zieht für zwei Jahre nach Rom um ihrem Geliebten näher zu sein. Das  war natürlich ein großes öffentliches Ärgernis, da Caesar verheiratet war. Außerdem gab Cleopatra rauschende Feste, während der Senat Sparmaßnahmen für die Bevölkerung beschloss.

Was geschah noch...

Caesar stockte den Senat von 600 – 900 Mitglieder auf. Ebenso erhöhte er die Anzahl der Magistraturen. Die Zahl der Quästoren stieg von 20 auf 40 und die der Prätoren von 8 auf 16.

In Rom spitzten sich im Winter 44 die Ereignisse immer mehr in Richtung des unvermeidlichen Höhepunktes zu. Caesars Anspruch auf königliche Gewalt schien für seine größten Gegner immer offensichtlicher. Am 15.2. gab es einen Vorfall während des Lipercalierfestes: Während der Feierlichkeiten krönte der mit einem Wolfsfell bedeckte Priester des Lipercalierkollegiums, Antonius, Caesar mit dem Königsdiadem, wie er verkündete, von der Hand des Volkes. Dieses war zahlreich anwesend und schien von ihrem eigenen Angebot wenig begeistert: es gab keinen aufkommenden Jubel, sondern nur schweigenden Widerwillen. Caesar antwortete schlagfertig, Jupiter möge allein Koenig unter den Römern sein. Nun jubelte das Volk ob der Ablehnung Caesars. Es ist jedoch unklar, ob diese Szene abgesprochen war, um die Stimmung im Volke auszuloten. Diese Stimmung hatte Caesar allerdings richtig eingeschätzt, indem er die dargebotene Königswürde ablehnte, doch für ihn war aufgehoben sicherlich nicht aufgeschoben. Schließlich brach jedoch der März an, dessen Tage den Tod Caesars bringen würden.

Wie schon erwähnt, gärte es unter den konservativen Optimaten und Republikanhängern. Die noch nie vorher erreichte Machtfülle Caesars erfüllte sie mit Misstrauen, Neid und Angst. Auch die Tyraannis eines Caesars wurde allgemein befürchtet. Diesen schienen die Ehrungen zu blenden, denn er setzte dem Popanz kein Ende, sondern nahm jede Ehrung geschmeichelt an. Bald hatte sich im Senat eine Fraktion gebildet, die bereit war, zum Mord am Diktator, unter ihnen der als ehrenvoll geachtete Marcus Inius Brutus, dem Caesar einst nach der Schlacht von Pharsalos verziehen hatte. Mit von der Partie war ein weiterer Brutus (Decimus), C. Cassius Longinus und der Trebonius, alles geachtete Optimaten. Insgesamt mochte es um die 60 Verschwörer gegeben haben.

Am 14.3. speiste Caesar zu Abend bei seinem magister equitum. Danach gefragt, beantwortete er die Frage nach der ihm liebsten Todesart, mit am liebsten plötzlich und unerwartet.

In der Nacht zum 15 plagten Caesar starke Alpträume.

Schon sehr früh am Morgen ist Caesar  aufgestanden um sich zur Senatssitzung zu begeben. Plötzliche Übelkeit und schlimme Vorahnung seiner Frau Calcurnia halten ihn zunächst zurück, dann aber erscheint Decimus Brutus, ein Abgesandter der wartenden Senatoren und Caesar rafft sich widerwillig auf. Es heißt der Senator habe ihn regelrecht mit sich fortgeschliffen gegen 11 Uhr machten sie sich auf den Weg. Auf der Straße stellt sich ihm ein Freund in den Weg – er kennt die Pläne zur Ermordung Caesars, und hat ihm die Details aufgeschrieben – doch Caesar behält die Rolle ungelesen in der Hand. Das Attentat ist minuziös geplant. Am heute sogenannten „Katzen-Forum“ an der Stufe der Curie wird  Caesar in Empfang genommen und in das Gebäude geführt. Ein gewisser Tillius Cimber näherte sich mit der Bitte um Gnade für seinen verbannten Bruder. Caesar lehnte das Gnadegesuch ab. Darüber scheinbar erbost reißt der Senator Caesar die Toga von der Schulter – das vereinbarte Zeichen für die Verschwörer. Blut spritzt auf den Marmorboden. An die 60 Senatoren stechen auf Caesar ein. Die Toga über den Kopf gezogen ergibt sich Caesar in sein Schicksal und bricht blutbesudelt vor der Statue des Pompeius zusammen, dreiundzwanzigmal oder öfter durchbohrt... Caesar ist tot.

Die Verschwörer flüchten. Eine Katastrophe für das römische Reich. In Rom brachen Tumulte und blutige Kriege über die Nachfolge des Diktators brachen aus.

Die Curie

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