Wer liebt, der kämpft

 

Auch Eros hat sein Lager,
Wer liebt, ist auch Soldat.
Muß sein ein strammer Bursche
In allem, Rat und That.

Muß oft die Nacht durchwachen
Als Posten vorm Gemach,
Muß oft durch Länder ziehen
Der flücht'gen Dirne nach.

Ihn machen keine Berge
Und keine Wasser zag,
Noch stolze Nebenbuhler,
Noch Wind und Wetterschlag.

Er überwindet kühnlich
Die Feinde wie ein Held:
Er schlägt die Schlacht, belagert
Die Festung, bis sie fällt.

Doch ach! Sind beide treulos,
Kriegsglück und Liebeslauf,
Die aufrecht standen, fallen,
Besiegte stehen auf.

Briseis ging von dannen,
Und klagend stand Achill;
Zum Kampfe stürmte Hektort,
Andromache litt still.

Die Liebe ist kein müßig
Ergötzen. Her den Schild!
Jetzt ist die Zeit gekommen;
Ihr Troer auf, es gilt!