Gedicht 8

 

Catull, Du armer, lass den Unfug,
Was Du verloren glaubst, ist verloren, glaub es ruhig!
Wie sonnig strahlte Dir einstmals der Glanz der Tage,
Als Du dem Mädchen, wie es forderte, nachliefst,
Geliebt von Dir, wie keine wird geliebt werden!
Und dort, gar viele süße Scherze gab es damals,
Die Du gern wolltest und die sie nicht störten.
Wie sonnig strahlte Dir allen ernstes der Glanz der Tage!
Sie hat keine Lust mehr: Nun, dann auch Du nicht mehr, Versager!
Verfolge nicht, die vor Dir wegläuft, und lebe nicht schlecht,
Nimm es hin mit strakem, eisernen Herzen, sei tapfer!
Mach´s gut, Du Mädchen, hart ist schon Catull, standhaft!
Du willst nicht: Er wird nicht mehr bitten, nicht kommen.
Es wird Dich verletzen, nicht mehr gebeten zu werden.
Verruchte, weh Dir, welches Leben bleibt Dir noch!
Wer läuft zu Dir und wer wird Dich noch als hübsch ansehen?
Wen wirst Du lieben, wessen Liebst dann heißen?
Wen wirst Du küssen, wessen Lippen wund beißen?
Doch Du, Catullus, bleibe tapfer und bleib standhaft!