Gedicht 30

 

Wenn Du Alfenus, jetzt treulos keinen Gedanken an einmütige Freundschaft verschwendest,
Hast Du jetzt herzlos kein Mitleid mehr mit Deinem lieben Freund?
Gibt es nichts mehr, was Dich von einem treulosen Verrat an mir abhält?
Auch den Göttern mißfällt frevelnde Tat treuloser Menschen sehr.
Das kümmert Dich herzlich wenig, läßt mich allein unglücklich voller Schmerz.
Sprich, wem kann ein Mensch noch Vertrauen und Aufrichtigkeit schenken auf dieser Welt?
Du selbst warst doch (stets) bemüht, dass ich Dir mein herz sorglos anvertraute,
Überflutetest mich mit Liebe, hast mich verführt, Dir ganz zu vertrauen.
Du bist jetzt (aber) dabei Dich zurückzuziehen, jedes Wort und jede Tat von Dir
Gibst Du dem Winde hin, läßt es geschehen, dass sie im Nebel sind.
Wenn Du selbst auch vergißt, Fides gedenkt, Götter vergessen niemals!

Diese Göttin läßt wohl, dass es Dich niemals reut, einst Dein Schicksal sein.