Marcus Cocceius Nerva (Regierungszeit: 96 – 98 n. Chr.)
(geb. 32 n. Chr., gest. 98 n. Chr.)

Nerva entstammte einer aristokratischen Familie aus Umbrien und machte schon unter Nero politische Karriere, verhielt sich aber zurückhaltend und korrekt. So konnte er auch unter Vespasian im Jahr 71 und 90 unter Domitian das Konsulat bekleiden. Nach der Ermordung Domitians wurde Nerva am 18.9.96 überraschend zum Kaiser ausgerufen. Obwohl man ihm dieses Amt nicht unbedingt zugetraut hätte und er auch keine militärische Erfahrung hatte, erwies sich Nerva als herausragender Innenpolitiker. Nach der Schreckensherrschaft von Domitian sorgte er wieder für Ruhe und Ordnung. Zu seinen Initiativen gehörten diverse Sozialmaßnahmen zugunsten der Armen, eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage durch Steuersenkungen, Land- und Verwaltungsreformen. Beim Volk erfreute er sich dadurch großer Beliebtheit, während das Militär ihm gegenüber sehr reserviert blieb. Als die Unruhe im Militär bedrohlich wurde, adoptierte der kinderlose Nerva am 27.10.97 den Statthalter von Obergermanien und hochangesehen Armeeführer Trajan als seinen Nachfolger. Nach nur 16-monatiger Herrschaft starb Nerva am 28.1.98.