Kapitel 7

So begann sich zu dieser Zeit jeder mehr durch Leistung hervorzuheben und seine Begabungen mehr zu Ausdruck zu bringen. Denn den Königen sind die Guten verdächtiger als die Schlechten und für sie ist eine Tugend bei anderen immer beängstigend. Aber es ist kaum zu glauben, wie schnell der Staat durch seine erlangte Freiheit wuchs: So eine große Begierde nach Ruhm war aufgekommen. Zunächst einmal lernten die jungen Männer, sobald sie wehrfähig waren, in Lagern die Arbeit und die Praxis des Militärs, so daß sie mehre an glänzenden Waffen und Kriegspferden ihre Freude hatten, als an Dirnen und Gelagen. Deshalb waren sie als Männer so geschaffen, daß ihnen die Arbeit nicht ungewohnt war, ihnen kein Ort zu rauh oder zu steil war und sie den bewaffneten Feind nicht fürchteten: Ihre Kraft hatte das alles bezwungen. Aber die große Begierde nach Ruhm gelangte zwischen sie selbst: Jeder war eifrig den Feind niederzustrecken, die Mauer zu erklimmen und gesehen zu werden, wenn er so etwas getan hatte. Das hielten sie für Reichtum, das für großen Ruf und großen Adel. Nach Lob gierig, waren sie großzügig mit Geld; sie wollten ungeheuren Ruhm und Reichtum mit Ehren. Ich besitze Erinnerungen, wie das römische Volk mit einer kleinen Schar eine große Truppe des Feindes besiegt hat und wie es natürlich befestigte Städte einnahm, aber diese Sachen würden uns weit von unserem eigentlichen Vorhaben abbringen.