Kapitel 17

Etwa Anfang Juni 64, im Konsulatsjahr von Lucius Cäsar und Gaius Figulus, sprach er zunächst einzelne Personen an; die einen forderte er zum Mitmachen auf, bei anderen fühlte er lediglich vor; er wies auf seine Möglichkeiten hin, auf die Tatsache, daß der Staat völlig unvorbereitet sei, und auf die großen Gewinne, die eine Rebellion erbringen könnten. Als er sein Vorhaben genügend durchdacht hatte, rief er alle, die in sehr großer Bedrängnis waren und die nötige Rücksichtslosigkeit besaßen, zu einem Treffpunkt. Da fanden sich ein aus dem Senatorenstand: Publius Lentulus Sura, Publius Autronius, Lucius Cassius Longinus, Gaius Cethegus, Publius und Servius Sulla, die Söhne des Servius, Lucius Vargunteius, Quintus Annius, Marcus Porcius Laeca, Lucius Bestia, Quintus Curius. Dann aus dem Ritterstande: Marcus Fulvius Nobilior, Lucius Statilius, Publius Gabinius Capito, Gaius Cornelius; dazu viele aus Kolonistensiedlungen und Landstädten, die zu Hause zur Oberschicht gehörten. Es waren außerdem einige Adelige mehr im Hintergrund beteiligt, welche eher erhoffte Machtstellungen zur Beteiligung antrieb als finanzielle Not oder sonst eine zwingende Notwendigkeit. Im übrigen stand ein sehr beachtlicher Teil der Jugend, vor allem aus adeligen Kreisen, Catilinas Plänen offen gegenüber: sie, welche die Möglichkeit hatten, ohne politisches Engagement ein aufwendiges und bequemes Leben zu führen, zogen Unsicherheit der Sicherheit, Krieg dem Frieden vor. Es gab damals auch Leute, die glaubten, daß Marcus Licinius Crassus über das Vorhaben wohl informiert war. Weil nämlich Gnaeus Pompeius, der sein persönlicher Gegner war, ein großes Heer kommandierte, habe es ganz in seinem Sinne gelegen, wenn die aufkommende Machtposition wessen auch immer ein Gegengewicht zu der unangefochtenen Stellung des Widersachers bildete; zugleich baute er dann darauf, daß er bei einem erfolgreichen Verlauf der Rebellion leicht bei den Verschwörern eine Spitzenposition einnehmen könne.