Kapitel 15

In frühester Jugend hatte Catilina viele schändliche Unzucht betrieben, mit einer edlen Jungfrau und einer Priesterin der Vesta, und anderes dieser Art gegen menschliches und göttliches Recht. Da wurde er von der Liebe gegenüber Aurelia Orestilla ergriffen, an welcher kein anständiger Mann etwas außer ihrer Schönheit loben konnte; da diese aus Furcht vor einem Stiefsohn im erwachsenem Alter am Heiraten zögerte, galt es als sicher, daß er den Sohn tötete um ein leeres Haus für seine verbrecherische Hochzeit zu haben. Gerade diese Sache scheint für mich ein Grund zu sein, die Rebellion zu beschleunigen.  Denn ein schmutziger Geist, völlig verfeindet mit den Menschen, kann weder durch Wachen noch durch Schlafen beruhigt werden: So zerüttelt sein Schuldbewußtsein sein erregtes Gemüt. Also war seine Farbe bleich und seine Augen stechend, bald war sein Gang schnell, bald langsam: Man sah den Wahnsinn geradezu am Ausehen seines Gesichtes.