Kapitel 12

Nachdem Reichtum das Kriterium für Ehre zu sein begann und ihm Ruhm, Herrschaft und Macht folgten, begann die Tugend zu erlahmen, Armut als Schande zu gelten und Redlichkeit als böswillige Herausforderung genommen zu werden. Also wurde die Jugend durch den Reichtum an den Luxus gewöhnt und von Habgier und Hochmut befallen: Sie raubten, verbrauchten, hielten das Eigene für gering, das Andere für wünschenswert, Anstand, Sittsamkeit, Göttliches und Menschliches ohne Unterschied war für sie belanglos und sie verloren den Sinn für Prioritäten und Normen. Es ist der Mühe wert, wenn du die Häuser und Villen kennst, die im Ausmaß von Städten erbaut sind, die Tempel der Götter, die unsere Vorfahren, die gläubigsten der Sterblichen, gebaut haben. Aber diese schmückten die Tempel der Götter mit Frömmigkeit, ihre Häuser mit Ruhm und sie raubten den Besiegten nichts, außer der Möglichkeit, Unrecht zu tun. Aber diese dagegen, kraftlose Menschen, nehmen in krimineller Weise alles von den Bundesgenossen, was starke Männer den Besiegten zurücklassen: Gleichsam als ob eine Herrschaft benutzen, letztlich heißt Unrecht zu tun.