Gaius Plinius grüßt seinen Freund Romanus

Du schreibst, daß du baust. Das ist gut: Ich habe Rechtfertigung gefunden; ich baue nämlich schon mit gutem Grund, weil ich mit dir baue. Denn es ist auch genau gleich, daß du am Meer, und ich am See Larius baue. Am Strand von diesen gibt es mehrere Villen von mir, aber besonders zwei erfreuen mich so, wie sie mir zu schaffen machen. Die eine ist, wie in Baiae, auf einem Felsen gelegen, und bietet Aussicht auf den See, die andere berührt, ebenso wie in Baiae, den See. Daher pflege ich jene Tragödie und diese Komödie zu nennen, jene, weil sie gleichsam wie mit Stelzenschuhen und diese, weil sie gleichsam mit Pantoffeln gestützt wird. Jede von beiden besitzt ihre eigene Schönheit, und jede ist für den, der sie besitzt angenehmer, durch ihr Verschiedenheit. Diese bietet einen geringeren Blick über den See, jene einen weiteren [Blick über den See]. Diese umfaßt eine Bucht in einem sanften Bogen umfaßt, jene trennt zwei Buchten durch einem sehr hohen Bergrücken; dort erstreckt sich auf geradem Weg ein Spazierweg, auf einem langen Weg über den Strand, hier biegt er sich sanft zu einer sehr geräumigen Terasse; jene spürt die Fluten nicht, diese bricht sie. Du kannst [könntest] von jener auf die Fischenden [die, die fischen] herunterblicken, und von dieser selbst fischen und die Angel vom Schlafzimmer, und fast sogar vom Bett aus, wie aus einem kleinen Schiff werfen. Für mich sind dies die Gründe beiden [Villen] hinzuzubauen, das was fehlt, wegen der bereits reichlich vorhandenen Annehmlichkeit. Aber wozu soll ich dir [noch] einen Grund nennen? Bei Dir wird als Grund gelten, daß Du dasselbe tust.

Dein Gaius Plinius

 

Vielen Dank an Christian Plöger (Homepage)