C. Plinius grüßt seinen Fuscus

Mein Brief, aus welchem Du ersehen hast, wie ich meine Mußestunden in Tuscien verbringe, hat also großes Interesse bei Dir gefunden. Nun fragst Du, was ich an diesem Programm im Winter auf dem Laurentinum verändere. Nichts, außer daß der Mittagsschlaf ausfällt und ich einen großen Teil der Nacht hinzunehme, entweder vor Tage oder abends, und wenn ein dringender Prozeß bevorsteht, im Winter nicht eben selten, dann ist auch für den Komödianten und Lautenspieler kein Platz mehr, sondern ich gehe immer noch einmal durch, was ich diktiert habe, und dies wiederholte Verbessern kommt zugleich meinem Gedächtnis zustatten. Nun kennst Du meine Lebensweise im Sommer und Winter und magst Dir jetzt noch Frühjahr und Herbst hinzudenken, die zwischen Sommer und Winter den Übergang bilden und, wie sie vom Tage nichts verlieren, so auch von der Nacht nicht eben viel gewinnen.

Dein Gaius Plinius

 

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