Gaius Plinius grüßt Kaiser Traian (10,17 a)

O Herr, so gut meiner Gesundheit die Seereise nach Ephesus tat, so sehr wurde ich von dort an, als ich die Reise im Wagen fortzuführen begann, durch drückendste Wärme und auch kleine Fieberanfälle geplagt und machte in Pergamon einen Halt. Als ich in kleine Küstenschiffe überwechselte, wurde ich wieder durch entgegengesetzte Winde aufgehalten und betrat etwas später, als ich er erhofft hatte, das heißt am siebzehnten Dezember, Bithynien. Dennoch habe ich kein Recht mich über die Verzögerung zu beklagen, da es mir zuteil wurde - was von höchster Bedeutung war-, Deinen Geburtstag in meiner Provinz zu feiern. Jetzt prüfe ich die Angaben, Einnahmen und Guthaben der Stadt Prusa, was ich im Fortschreiten meiner Arbeit als immer notwendiger erkenne. Viel Geld wird nämlich aus verschiedenen Gründen von Privatleuten zurückgehalten; außerdem wird einiges für ganz unstatthafte Aufwendungen ausgegeben. Dies berichte ich Dir, o Herr, gleich bei meiner Ankunft.

 

Gaius Plinius grüßt Kaiser Traian (10,17 b)

O Herr, am siebzehnten September ,habe ich die Provinz betreten, die ich in solcher Ehrfutcht, in solcher Treue Dir gegenüber antraf, wie Du sie von allen Menschen verdienst. Überlege Dir, o Herr, ob Du es für notwendig hältst, einen Ingenieur hier her zu schicken. Es scheinen nämlich nicht gerade kleine Geldsummen von den Bauunternehmen zurückgefordert werden zu können, wenn genaue Nachmessungen durchgeführt würden. So sehe ich es auf jeden Fall aus der Rechnung von Prusa, mit der ich mich jetzt vornehmlich beschäftige.